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AVIA fordert weiterhin mindestens 70 Kampfflugzeuge

Die AVIA – Gesellschaft der Offiziere der Luftwaffe lobt den Expertenbericht und bedauert die Empfehlung der Begleitgruppe zur Expertengruppe "Neues Kampfflugzeug", wonach bloss 30 neue Kampfflugzeuge beschafft werden sollen. Der verfassungsmässige Auftrag kann von der Luftwaffe so nicht mehr erfüllt werden. 

Eine im Frühling 2016 von Bundesrat Guy Parmelin beauftragte Expertengruppe hat in ihrem Bericht 4 Optionen zur Modernisierung der Luftwaffe und der bodengestützten Luftverteidigung untersucht. Die AVIA beurteilt diesen Expertenbericht als sachlich fundierten und guten Bericht, welcher auch die Konsequenzen der verschiedenen Optionen klar aufzeigt. Damit bildet er eine gute Basis für die nun anstehenden Diskussionen.

Es ist jedoch bedauerlich, dass die Mehrheit der Empfehlungsstimmen der eingesetzten Begleitgruppe die Option 3 mit bloss 30 Kampfflugzeugen bevorzugt. Offensichtlich wurde dieses Resultat wiederum vom aktuell für die Armee zur Verfügung stehenden und viel zu geringen Finanzrahmen beeinflusst. Damit werden bereits in einer frühen Phase Weichen für die zukünftige Kampfflugzeugbeschaffung gestellt. Besser wäre es, auf der Basis des Expertenberichts nun die Debatte zu führen, welchen Wert die Sicherheit für die Schweiz hat, und was die Schweiz bereit ist dafür auszugeben.

Eins ist sicher, mit einer derart reduzierten Anzahl Kampfflugzeugen ist die Luftwaffe nicht mehr in der Lage, ihren verfassungsmässigen Auftrag in allen Lagen zu erfüllen. Dies zeigt nicht nur der vorliegende Expertenbericht auf, sondern wurde bereits im Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes dargestellt. Demnach sind mindestens 55 Kampfflugzeuge notwendig, um in Spannungen eine hohe Durchhaltefähigkeit zu erreichen und eine noch grössere Anzahl, um auch Luftverteidi-gungsoperationen erfolgreich autonom durchführen zu können.

Sicherheit hat ihren Preis. Wird dieser Preis nicht bezahlt, müssen Abstriche gemacht werden. Das hat zur Folge, dass entweder der verfassungsmässige Auftrag reduziert oder weiterhin die Option 1 des Expertenberichts verfolgt werden muss.

Es ist naiv und peinlich, dass gerade in einer sich in den letzten Jahren bewiesenermassen sehr volatilen Sicherheitslage ein Land wie die Schweiz, in welchem der Sicherheitsanspruch grundsätzlich sehr hoch gehalten wird, nicht das dafür notwendige Geld ausgegeben wird.

Unsere Armee lässt sich gut mit einer Versicherung vergleichen. Herr und Frau Schweizer sind bekannt dafür, dass sie Versicherungen für die diversesten Risiken abschliessen. Dies in der Hoffnung, dass nie ein Versicherungsfall eintritt. Und sollte er doch eintreten, ist man zumindest versichert. Dieser Mechanismus scheint im Fall der Sicherheit unseres Landes und unserer Armee keine Anwendung zu finden. Entweder sind wir uns in unserer individualisierten Gesellschaft der Sicherheitsrisiken eines Landes nicht mehr bewusst oder wir sind bereit, absichtlich das Risiko der Unterversicherung einzugehen. Im letzteren Fall dürfen wir dann aber nicht jammern, wenn ein Schadensfall eintritt. Hoffentlich ergeht es uns nicht wie den Kartoffeln, denen die Augen erst dann aufgehen, wenn sie im Dreck stecken.

Die AVIA – Gesellschaft der Offiziere der Luftwaffe fordert deshalb weiterhin die Beschaffung von mindestens 70 Kampfflugzeugen.

Kommentare  

#1 Samuel Kurth 2017-05-31 21:00
Schade, dass der Mut für einen Entscheid zugunsten von mehr als 30 Kampfflugzeugen fehlt. Kommt noch dazu, das wir als eines der reichsten Länder uns das leisten könnten.
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