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Kampfflugzeuge – "Junge Generationen lassen die Alten erblassen"

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Die Fähigkeiten der jungen Generationen lässt die alten Generationen erblassen!

In der Diskussion über Kampfflugzeuge und deren Fähigkeiten werden die Kampfflugzeuge oft in Generationen eingeteilt. Der folgende Beitrag soll kurz und knapp einen Überblick über die fünf Generationen geben und die jeweiligen Eigenschaften aufzeigen. Ein Sprung in eine neuere Generation bedeutet oft eine erhebliche Überlegenheit gegenüber früheren Generationen!

Die 6. Generation befindet sich in Russland und den USA bereits in der Entwicklung. Diese neue Generation wird aus bemannten und unbemannten Jets bestehen. Die Erprobung soll bereits 2025 erfolgen. Es wird spannend was die Zukunft bringt.

Artikel: Alexander Wolf, AVIA Vorstandsmitglied & Militärpilot

In den 90er begann man die Kampfflugzeuge in verschiedene Generationen einzuteilen um auf die großen technologischen Fortschritte hinzuweisen. Die Einteilung in eine bestimmte Generation ist nicht immer ganz einfach, da es keine klaren Definitionen gibt. Man kann jedoch generell sagen, dass es einen Generationensprung gibt, wenn technologische Innovationen eingeführt werden, welche bei bestehenden Flugzeugen nicht durch Nachrüsten aufgeholt werden können.

1. Generation (ca. 1945 – 1955)

  • Kein Radar und keine Selbstschutzfähigkeiten (self-protection countermeasures)
  • Strahltriebwerk, aber ohne Nachbrenner
  • Flugleistungen häufig der letzten Generation der Flugzeuge mit Kolbenmotor nicht überlegen
  • Keine Überschallfähigkeiten
  • Luftkampf im Sichtbereich
  • Maschinengewehr, Kanone, ungelenkte Raketen und Bomben

Bsp.: F-86, MiG-15, MiG-17, Jak-15 

2. Generation (ca. 1955 – 1960) 

  • Radar (air-to-air), Radarwarner
  • Infrarot- und halbaktive Radar-Lenkwaffen
  • Verbesserte Flugleistungen (Steigleistung, Geschwindigkeit und Dienstgipfelhöhe)
  • Überschallfähigkeit im Horizontalflug durch verbesserte Aerodynamik und weiterentwickelte Triebwerke
  • Luftkampf immer noch im Sichtbereich
  • Radar-gelenkte Lenkwaffen erweiterten z.T. den Distanzbereich des Waffeneinsatzes

Bsp.: F-104, F-5, MiG-19, MiG-21, Mirage III, Saab Draken

 3. Generation (ca. 1960 – 1970) 

  • Verbesserter Radar (air-to-air) mit grösseren Reichweiten und durch den Dopplerradar die "look-down/shoot-down"-Fähigkeit
  • Infrarot- und halbaktive Radar-Lenkwaffen, Lenkwaffen mit optoelektrischen Sensoren (Lichtsensor/Photodetektor) und Laserstrahl-gelenkte Bomben
  • Optimierte Aerodynamik und dadurch bessere Manövrierfähigkeiten
  • Fortschritte in der Triebwerkstechnik und dadurch bessere Flugleistungen
  • Die Fähigkeit die Waffen "off-bore-sight" einzusetzen, ermöglichte es die Waffen ausserhalb der Sichtweite einzusetzen
  • Fortschritte in der Avionik und der Bedienung der Waffensysteme
  • Erste Generation der "multi-role" Kampfflugzeuge. Sie können in der Rolle "air-to-air" und "air-to-ground" eingesetzt werden.

Bsp: MiG-23, MiG-25, F-4, Super Etendard, J-8

4. Generation (ca. 1970 – 1990)

  • Fortschritte in der Mikroprozessortechnik brachten einen signifikanten Schub in der Avionik, der Bedienung, der Automation und der Darstellung der Informationen (Head-up-display, multi-purpose displays, HOTAS, Datalink etc.)
  • Verbesserter Radar (air-to-air und air-to-ground) mit grösseren Reichweiten und Infrarot Such- und Verfolgefunktion (Infrarotzielsystem)
  • Optimierte Aerodynamik und z.T. "fly-by-wire"-Flugsteuerung (elektronische Flugsteuerung) und dadurch bessere Manövrierfähigkeiten und Lagestabilität
  • Fähigkeit die Waffen ausserhalb der Sichtweite einzusetzen
  • Die meisten Flugzeuge dieser Generation haben "swing-role"-Fähigkeiten. Sie können deshalb in der Rolle "air-to-air" und "air-to-ground" eingesetzt werden

Bsp: Mig-29, Su-27, F/A-18, F-14, F-15, F-16, Tornado, Mirage 2000, Saab Viggen, F-2, J-10 

4,5. oder auch 4+ Generation (ca. 1990 – 2000)

  • Unterscheiden sich zur 4. Generation durch Verbesserungen im Radarquerschnitt und der Avionik zur Steigerung der Missionsfähigkeit. Die halbe Generation ergab sich durch die erzwungenen Sparvorgaben in den Militärbudgets. Es war billiger bestehende Flugzeuge zu optimieren als neue Flugzeuge zu entwickeln.
  • AESA Radar (active electronically scanned array)
  • Radar-absorbierendes Material
  • Grössere Waffenkapazität
  • Erweiterte Reichweite
  • Verbesserte Datalink- und Computer-Technologie führt zu einer verbesserten Integration in die zentrale Gefechtsführung und dadurch Nutzung taktischer Informations- und Gefechtsführungsfähigkeiten

Bsp: F-18E/F, Eurofighter, Saab Gripen, Rafale, Su-30, Su-35

5. Generation (seit 2000)

  • Stark erhöhte Überlebensfähigkeit und Letalität
  • Stealth-Technologie, sehr kleiner Radarquerschnitt durch verbesserte Materialien und Konstruktion
  • Verbesserte Lageerkennung durch verbesserte Integration aller Daten und der Multispektral-Sensoren und dadurch bessere Entscheidungsgrundlagen für den Piloten durch ein umfassendes Bild über den Gefechtsraum (Integrated Situational Awareness)
  • Die Fähigkeiten von Flugzeugen der 5. Generation sind vor allem durch ihre Software definiert, die ständig weiterentwickelt wird.
  • Teilweise Supercruise-Fähigkeiten (ohne Nachbrenner dauerhaft schneller als der Schall zu fliegen)

Bsp: F-22, F-35, J-20, T-50

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