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Dezember 2014

Sehr geehrte AVIAnerinnen und AVIAner

 

Nach einem länger als geplanten Unterbruch melde ich mich zurück. Die Zeit nach meinem letzten Beitrag, im August, war von grossen Diskussionen im Zusammenhang mit der Weiterverwendung des F5 Tiger geprägt. Anlässlich der Generalversammlung in Payerne hat sich die AVIA mit nur einer Gegenstimme für die vom VBS vorgeschlagene Ausserdienststellung ausgesprochen. Der Entscheid ist klar in einer Konsultativabstimmung entstanden und sollte lediglich die Grundstimmung dokumentieren. Die harschen Reaktionen aus dem Lager der Gegner der Ausserdienststellung haben mich dazu bewogen, zunächst nicht weiter zu kommunizieren um nicht unnötig Öl in das Feuer zu giessen – deswegen die Funkstille.

In der Zwischenzeit haben sich einige der Rahmenbedingungen geändert und auf der Basis der heute bekannten Planung ist das Beschaffungsfenster für das neue Kampfflugzeug ab 2021 vorgesehen. Verbunden mit einer phasenweisen Ausserdienststellung der F5 wird das „Loch“, während dem weniger als 50 Jets fliegen, vertretbar und der Plan zur zahlenmässigen Aufstockung ist gesetzt. Unter der Voraussetzung, dass wir beim zweiten Anlauf die Reihen schliessen werden wird die Beschaffung auch realisiert – das hängt ganz alleine von den 70% grundsätzlichen Armeebefürwortern ab. Wenn wir uns dann aber wieder über Typenwahl und anderen Modalitäten in den Haaren liegen kommt es nicht mehr gut – daran würden aber auch keine kampfwertgesteigerten F5 etwas ändern können.

 

Leider zeigt sich aber bereits bei der nächsten grossen Debatte zur Zukunft der Armee, dass das Schliessen der Reihen einfacher gesagt als getan ist. So ist es nach der derzeitigen Lage sogar möglich, dass armeefreundliche Kreise gegen das Projekt Weiterentwicklung der Armee (WEA) das Referendum ergreifen könnten. Es wird schwer zu erklären sein, weshalb sich zwischen standfesten Armeebefürwortern und –gegnern eine unheilige Allianz bildet. Die Linken werden daran ihre helle Freude haben und sich über die erneute Schützenhilfe diebisch freuen können. Hier müssen diejenigen, welche das Referendum gegen die Vorlage anstreben, sich gut überlegen, ob der potentielle Schaden den möglichen Nutzen übersteigt – oder militärisch, eine sorgfältige Kollateralschadenanalyse tut Not.

 

Für das nächste Jahr planen wir einen spannenden Anlass zur Konzeption der Sicherheit im Luftraum, ausgelöst durch die Motion Galladé. Reservieren Sie sich den 28.3.2015 schon jetzt! Wir haben bereits Zusagen von wichtigen Schlüsselpersonen wie etwa Bundesrat Maurer und Korpskommandant Schellenberg sowie in- und ausländischen Spezialisten aus Politik und Wirtschaft welche sich mit Luftwaffenthemen befassen. Die Einladungen erfolgen im Januar 2015.

 

Nun wünsche ich Ihnen und Ihren Familien nach einem schlechten Jahr für unsere Luftwaffe einen versöhnlichen Abschluss und einen guten Start in das Neue Jahr. In der Hoffnung, dass es uns gelingen möge, die berühmten Reihen in der Zukunft wieder zu schliessen, geniessen wir zunächst die Festtage und tanken neue Energie für unseren gemeinsamen Einsatz zugunsten unserer Luftwaffe.

 

Ihr

Oberst Fabian Ochsner
Zentralpräsident

 

 


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